Freitag, 30. Januar 2015

T-SHIRT-BAUSTEINE: Ausschnitt mit Beleg

Catrin vom Stoffbüro sitzt nicht nur direkt an der Quelle für die tollsten Stoffe, sie näht auch wunderbare und für mich immer wieder inspirierende Kleidungsstückestücke, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene: diese Bluse zum Beispiel, oder dieses Kleid, dieses Kleid mit Jacke und noch so viel mehr!  Außerdem hat Catrin mir das Japanische Nähen nähergebracht, und ich freue mich, dass gerade ein neuer Japan-Sew-Along gestartet hat (ich möchte später unbedingt noch einsteigen).
Heute erklärt Catrin, wie man den Ausschnitt eines T-Shirts mit einem Beleg versäubern kann, vielen Dank dafür!
°°°°°°°°°°

Zunächst geht mein herzliches Dankeschön an Steffi: Dankeschön für diese ideenreiche Blogreihe, und Dankeschön für die Einladung! Sehr gerne bin ich dabei, und sehr viel Freude hat die Arbeit am Shirt – und am Beitrag – gemacht.
In meinem gestrigen Beitrag auf dem Stoffbüro-Blog habe ich eine Sweat-Weste gezeigt, die aus einem Shirt-Schnitt entstand und deren Ausschnitte und Säume sämtlich mit Belegen verarbeitet waren:
stoffbuero_00a
  
Nein, eigentlich war sie aus einem Kleiderschnitt entstanden, aus Schneidernmeisterns „Else“ nämlich, wie auch die Shirt-Tunika, anhand derer ich Euch nun die Ausschnitt- und Saum-Verarbeitung mit Belegen zeigen möchte.
stoffbuero_01a
Belege am Shirt-Ausschnitt geben einen sauberen Abschluss, sie lassen das Shirt ohne Bündchen auskommen: Was dann von Vorteil ist, wenn ein Bündchen optisch stören würde, wenn ein Bündchen ein Shirt uneleganter und sportlicher wirken lassen würde, als es sollte – wie auch dann, wenn schlicht kein passendes Bündchen bereit liegt.
Außerdem hat man mit Belegen die Möglichkeit, einem Shirt-Ausschnitt gewissermaßen jede beliebige Form zu geben: So war für diese Shirt-Tunika zunächst ein V-Ausschnitt angedacht, oder auch ein eckiger Ausschnitt. Die Entscheidung für diesen runden Ausschnitt (der im Vergleich zum „Original“ etwas verbreitert ist) fiel in Zusammenschau mit den abgerundeten Vokuhila-Säumen, zu denen ein eckiger Ausschnitt mir unpassend erschien.
stoffbuero_02a

Um die Schnittteile für die Belege zu erhalten, zeichnet Ihr die Ausschnittlinien nach und erstellt einen – z.B. 3cm breiten – Streifen, der sich auf den Ausschnitt legen lässt (und also z.B. auch die Schulternaht und deren Winkel übernimmt!). Für einen Shirt-Ausschnitt erhaltet Ihr auf diese Weise zwei Belege, die jeweils im Stoffbruch zuzuschneiden sind: Einen Beleg für den vorderen Halsausschnitt und einen für den rückwärtigen Halsausschnitt. – Gleiches, in meinem Falle, für den Saum, den ebenfalls mit Belegen zu verarbeiten ich mich entschieden hatte. 
stoffbuero_03a

Die Belege werden zugeschnitten und mit Einlage bebügelt: Beispielsweise mit Vlieseline G785, einer sehr leichten bi-elastischen Gewebeeinlage (zum Beispiel >> hier im Stoffbüro-Shop). Dabei ist auf den Fadenlauf zu achten! Die Verarbeitung ist nicht unbedingt ein Vergnügen, aber angesichts des sauberen Ergebnisses lohnt sich die Fummelei mit dem dünnen Material allemal.
Dann werden die Schulternähte des Shirts geschlossen, sowie die der Belege. Die Nahtzugaben am Shirt bügle ich nach hinten, diejenigen am Beleg nach vorne – und versäubere die Außenkante des Belegs. Der Beleg wird rechts auf rechts an den Halsausschnitt genäht. Ich bügle dann die Naht und die Kante gut aus – so, wie sie am Ende liegen sollen; und steppe die Nahtzugabe auf den Beleg.
stoffbuero_04a

Um zu verhindern, dass der Beleg beim Tragen nach außen klappt, kann man ihn an den Schulternähten mit ein paar Handstichen fixieren. Weil er dann – bei mir – jedoch meistens noch immer nach außen klappt, steppe ich ihn mit einer Ziernaht fest.
stoffbuero_05a

Der Beleg am Saum wird genauso verarbeitet, nachdem die Seitennähte geschlossen sind.

Und mit der Weste sieht das Ganze dann so aus:
stoffbuero_06a

Hier sind die Belege übrigens aus Jersey gemacht – mit dem dicken Sweat-Stoff wäre die Naht an der Kante sehr dick geworden, v.a. in den Ecken.
stoffbuero_07a
 
Morgen begrüßt Euch hier Selina von 19nullsieben – ich bin gespannt, wie es weitergeht!

Donnerstag, 29. Januar 2015

T-Shirt Bausteine: ZIPFELSAUM

zipfelshurt1a

Eine weitere der vielen Möglichkeiten, einen T-Shirt-Schnitt abzuwandeln, ist, mit der Saumkante zu spielen. Damit kann man nämlich ganz schön viel anstellen, zum Beispiel:
  • den Saum verlängern oder kürzen
  • den Saum abrunden
  • den Saum abschrägen
  • einen "Vokuhila-Saum" arbeiten (also hinten länger als vorne)
  • den Saum ausstellen
  • seitliche Schlitze einarbeiten
  • eine Rüsche oder "Schößchen" ansetzen
Weitere Abwechslung kann man durch verschiedenen Arbeitstechniken erreichen:
  • den Saum nach innen klappen und (mit einem Zierstich) annähen
  • ein Bündchen oder einen Beleg an den Saum nähen
  • die Saumkante mit einem (kontrastfarbigen) Jerseystreifen oder Schrägband einfassen
  • einen Rollsaum arbeiten

zipfelshirt2

Dem T-Shirt, das ich Euch heute zeigen möchte, habe ich einen Zipfelsaum verpasst. Dafür habe ich den Schnitt um ein paar cm verlängert und seitlich ausgestellt - die Skizze sollte verdeutlichen, was ich meine:

zipfelsaum
 
Ich habe bei meinem T-Shirt eine leichte Taillierung beibehalten, wer mag, könnte die seitliche Naht aber auch schon ab dem Armausschnitt ausstellen und dem T-Shirt insgesamt mehr Weite geben.
Ich habe hier "normalen" Baumwolljersey verwendet, ein fließenderer Stoff wie Viskosejersey würde sich für solche Zipfelshirts aber sicher auch gut eignen.

zipfelshirt3

Einen Trick zum Nähen der Zipfel verrate ich Euch auch noch:

zipfelsaum2 

Beim Zuschneiden habe ich die Ecken nach unten gespiegelt; wenn der Saum dann nach oben geklappt wird, formt sich ein schönes spitzes Eck aus.

°°°°°°°°°°

Ich verlinke mich heute noch bei RUMS, wo Ihr bestimmt auch viele tolle T-Shirts bewundern könnt. Morgen zeigt Euch Catrin vom Stoffbüro einen weiteren T-Shirt-Baustein, ich freu mich schon darauf!

Mittwoch, 28. Januar 2015

T-SHIRT-BAUSTEINE: Raglanshirt mit in schräge Falten gelegtem Vorderteil

Dieses Kleid, oder dieses, oder, um beim Thema zu bleiben, doch lieber ein T-Shirt? Oder doch eine Bluse?.... Was mir denn nun am besten gefällt, kann ich gar nicht sagen, nur, dass ich es immer wieder wahnsinnig inspirierend finde, bei Mond auf bimbambuki zu lesen! Sehr inspirierend finde ich auch den folgenden, von ihr beigesteuerten T-Shirt-Baustein:

°°°°°°°°°°


Als Steffi von Herzekleid dazu einlud, sich Gedanken zu machen, wie man einen Basic-T-Shirt-Schnitt variieren könnte, war mir schnell klar, dass ich etwas mit Falten ausprobieren wollte. Shirts mit Wasserfallkragen mag ich persönlich nicht so gern, ich trage lieber U-Boot-Ausschnitte. Ich pauste daher einen Schnitt für ein schmales langärmeliges Raglan-T-Shirt mit solch einem Halsausschnitt ab und änderte das Vorderteil. Dazu zerschnitt ich das Schnittteil - wie in der Skizze oben - und fügte ein Dreieck ein. Nach dem Zuschneiden kräuselte ich die Mehrweite ein, bis das Vorderteil wieder auf das ursprüngliche Schnittmuster passte, und zeichnete den ursprünglichen Ärmelansatz auf.


Nach der ersten Anprobe war ich etwas enttäuscht. Die Falten sahen alles andere als gewollt aus und zogen sich kreuz und quer über das Vorderteil. Besonders über der Brust war viel zu viel Stoff. Ich musste die Naht zwischen dem faltigen Vorderteil und dem Ärmel mehrfach auftrennen und Stoff wegnehmen. Um den Falten etwas mehr Richtung zu geben, kräuselte ich außerdem die gegenüberliegende Seitennaht, indem ich ein Stück genau auf der Naht mit elastischem Unterfaden entlang nähte.


Nach den Nacharbeiten sieht das T-Shirt nun so aus. Perfekt ist es nicht, aber dafür, dass es ein Experiment war, gefällt es mir ganz gut - besonders mit der Strickjacke darüber, die genau die gleiche Farbe hat.


Vielen Dank, dass ich bei Deinen T-Shirt-Bausteinen mitmachen durfte, liebe Steffi, es hat Spaß gemacht und war sehr inspirierend!


°°°°°°°°°°

Und ich bedanke mich auch ganz herzlich für den tollen Beitrag, liebe Mond!

Morgen zeige ich Euch ein T-Shirt, bei dem ich mal ein bisschen mit der Saumlinie gespielt habe...

Dienstag, 27. Januar 2015

T-SHIRT-BAUSTEINE: Falsche Covernähte

Punkte? Oder Streifen? Oder doch mal ganz in grau
Bunte Welt heißt Johys Blog - zurecht, denn Farben (und Muster) sieht man bei Ihr sowohl bei Kinderkleidung als auch bei den Stücken, die sie für sich selbst näht. Zuviel des Guten wird es aber nie, bunt UND schlicht geht eben auch, und genau das mag ich! :-)
Ich freue mich über Johys schönen T-Shirt-Baustein, vielen Dank! 
°°°°°°°°°°


Ich liebe das Nähen von farbigen, bunten schönen Stoffen. Insbesondere bei meinen Kindern kann ich mich nicht zurückhalten. Für mich nähe ich zwar oft farbenfrohe Sachen, jedoch bevorzuge ich im Alltag doch lieber die schlichten T-Shirts mit einem gewissen Pfiff. Daher war ich von Steffis Idee zu dieser T-Shirt-Baussteine-Reihe ganz begeistert und habe gerne  meine Teilnahme zugesagt!
Lange habe ich hin und her überlegt, was ich Euch zeigen möchte. Dabei ist mir eingefallen, dass eins meiner Lieblingskleidungsstücke das ich selbst genäht habe, ein an sich recht einfaches Oberteil ist. Was es jedoch ausmacht, sind die farbigen Nähte.  
Wie viele von Euch träume ich (noch - aber hoffentlich nicht mehr lange) von einer Covermaschine. Bis dahin behelfe ich mir mit falschen Covernähten. Da ich bereits öfters bei Instagram und auch im Blog gefragt wurde, wie ich diese falschen Covernähte nähe, war es letztlich naheliegend, Euch das an einem T-Shirt-Beispiel zu zeigen:

Das Nähen der falschen Covernähte ist recht einfach:
1. Schneidet Euren Stoff wie gewohnt zu. Zum Nähen benutzt Ihr Eure Overlock, gerne mit einem farbigen Garn. Kleiner Tipp: ich besitze nicht in allen Farben Konen für die Overlock, denn diese brauchen viel Platz und ohne eine richtige Covermaschine lohnt sich die Anschaffung der vielen Farben oft nicht. Daher behelfe ich mir hier mit kleinen Fadenspulen. Ich kaufe meine gängige Farben einfach in 4facher Ausführung. Auch die kleinen Spulen lassen sich bei der Overlock verwenden.
2. Steckt Eure Stoffteile bei denen Ihr eine Naht außen haben wollt "links auf links" zusammen. D.h. die schönen Stoffseiten schauen nun nach außen. So näht Ihr dann die Stoffteile zusammen. Achtet hier darauf, dass Ihr den Stoff knapp mit dem Messer der Overlock abschneidet. Wenn Ihr knapp am Messer vorbei näht, ist die Naht nicht sauber und sieht dann nicht so schön aus.
3. Nun klappt Ihr die Naht auf der rechten Stoffseite zu einer Seite um. Ich überlege mir immer vorher, ob ich z.B. zu den Ärmeln oder zum Oberteil die Naht umklappe. So verfahre ich dann gleich bei allen vier Nähten. Die Naht kann man an dieser Stelle auch gerne etwas umbügeln, dann wird das Ergebnis noch schöner.
4. Jetzt steppt Ihr die umgeklappte Naht mit Eurer normalen Nähmaschine knappkantig mit einem Gradstich fest. Denkt auch hier dran eine Jerseynadel zu verwenden, sonst habt Ihr evtl. Löcher in Eurem Stoff. Ich lege mir die Overlocknaht immer mittig unter das Nähfüßchen und steppe dann mit Nadelstellung ganz rechts (oder fast, das hängt von der Maschine ab!) die Naht ganz knappkantig ab. Dabei verwende ich die gleiche Garnfarbe wie bei der Overlocknaht!
Jetzt seid Ihr schon fertig! Falls sich Eure Naht nun etwas wellt, keine Panik. Dämpft es etwas mit Eurem Bügeleisen und schon verschwinden die Falten!
Und so sieht mein neustes T-Shirt im Kleiderschrank aus:
 
Genäht nach dem Schnitt "V-Raglan" von Kibadoo in Größe 36 aus einfarbigem Jersey. Den Kontrast für das gewisse Extra liefern die farbigen Nähte und dazu passende Bündchen. Dabei habe ich unten den Saum auch einfach mit der Overlock gesäumt.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim falschen Covern. Und schaut morgen unbedingt wieder hier bei Steffi vorbei. Dann wartet Mond (vom Blog bimambuki) mit einem weiteren Beitrag aus der Reihe "T-Shirt-Bausteine" auf Euch.
Und Dir liebe Steffi, danke ich für die Einladung, der ich sehr sehr gerne gefolgt bin. Und ich freue mich auf viele weitere Ideen dieser Reihe, die ich bestimmt auch umsetzen werde!
Eure Johy