Montag, 2. Februar 2015

T-SHIRT-BAUSTEINE: Paspelabschlüsse

Meist reicht ein kleiner Ausschnitt eines Fotos, und ich weiß sofort, dass dieses Stück aus dem Hause elogent stammt. Rebeccas Stil ist in jedem von ihr genähten Stück wiederzuerkennen, das finde ich sehr beeindruckend - zumal, wenn es sich um so tolle Sachen handelt wie diese Bluse, diese geniale Kinderhose oder dieses süße Kleidchen... Ein "Markenzeichen" von Rebecca sind Paspeln, und ich freue mich, dass auch ihr T-Shirt-Baustein sich damit beschäftigt:


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Als Steffi mich fragte, ob ich an ihren T-Shirt-Bausteinen teilnehmen wollte, habe ich sehr gerne zugesagt und mich auch direkt für ein Thema entscheiden, das mir sehr am Herzen liegt: Paspel!
Paspel kann man ja prinzipiell in allen Nähten verarbeiten und dementsprechend vielfältig sind auch die Möglichkeiten. Nach vielem Brainstormen und Ausprobieren, nach Experimenten mit Paspeln in fast jeder Naht habe ich mich in letzter Sekunde aber entschieden euch eine sehr minimalistische Variante zur Inspiration hier zu lassen:



Paspelabschlüsse am Halsauschnitt und Ärmeln

Grundsätzliches:

Gerade Paspelnähte in dehnbaren Stoffen kann man oftmals mit normalen, nicht dehnbaren Paspeln nähen. Leider funktioniert das bei Halsausschnitt und Ärmelsäumen nicht. Hierfür sollte man immer elastische Paspel verwenden. Diese kann man entweder kaufen oder selber herstellen. 
Der Nachteil an den gekauften, dehnbaren Paspeln besteht darin, dass man die meisten unter dem Seil/Gummi nicht aufklappen kann. Das ist im Prinzip egal, wenn man sie in einer einfachen, geraden  Naht verarbeitet. Wenn man sie jedoch "im Kreis" verarbeiten möchte, muss man aufpassen, dass die beim Aufeinandertreffen nicht zu wulstig werden.

Deshalb hier eine kurze Anleitung zum Rundnähen von elastischer Paspel an Ärmeln und Halsausschnitten.

Länge der Paspel:

Halsausschnitt: 
 - mit Beleg: Länge des Ausschnittes
- mit Versäuberungsstreifen oder Bündchen: zwischen 90% und 95% Länge des Ausschnittes

Ärmel:
- mit Beleg: 100% Ärmelweite
- mit Versäuberungsstreifen oder Bündchen: zwischen 75 % und 95% der Ärmelweite, je nachdem wie sehr man das Ganze einkräuseln möchte

Außerdem muss man zu dieser Länge noch einmal 6cm hinzugeben, zum Einklappen und Überlappen der Paspel 


Die Paspel auf die gewünschte Länge schneiden und die die Enden 1, 5cm nach innen klappen

Die Paspel zu einem Ring zusammenlegen, so dass die beiden eingeklappten "dicken" Enden aufeinander kommen und das Seil schräg einlaufen lassen.
Das kann man dann auch schon mal mit Kleber oder einer kurzen Naht befestigen, dann rutscht es später nicht weg.



Das ganze dann rechts auf rechts auf den Ausschnitt oder Ärmel stecken und ggf. schonmal mit einigen Stichen fixieren. Die eingeklappten Enden dürfen ruhig etwas über den Abschluss stehen, so verschwinden sie später besser. Falls ihr nicht mit einer Overlock arbeitet, solltet ihr diese Enden aber nach dem Annähen abschneiden.


Nun den Versäuberungstreifen oder Beleg rechts auf rechts  aufstecken, sodass die Paspel jetzt zwischen beiden Stofflagen liegt. Jetzt wie beim normalen Versäubern einmal rund herum nähen. Bei den Paspelenden besonders vorsichtig und genau arbeiten.





Jetzt nur noch den Versäuberungsstreifen einklappen und gedehnt festnähen........



Fertig!


Das gleiche kann man natürlich auch am Halsausschnitt machen. Hier ein Beispiel mit Belegverarbeitung:


Als dritte Variante gibt es noch das normale Bündchen, bei dem einfach eine Paspel mitgefasst wurde: 


Das Shirt zu diesem Ärmel könnt ihr übrigens am Mittwoch im elogent blog angucken.  Dann zeige ich auch noch eine Kurzanleitung zum Vernähen von aufklappbarer Paspel.

PS: Ich vernähe Paspel (sowohl bei der Nähmaschine als auch der Overlock) immer mit einem speziellen Paspelfuß, der extra eine Aussparung für das Seil hat. Bei einer normalen Nähmaschine kann man aber auch den Reißverschlussfuß benutzen. 

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Vielen Dank für die Inspiration, Rebecca! Morgen geht es nicht minder spannend weiter, mit einem Beitrag von Monika.